Dr. Peter von Wartenberg
Leading Myself

· 4 Min. Lesezeit

Tränen im Flugzeug: Was mich "Die stille Revolution" über Führung gelehrt hat

Bodo & PvW

Es war ein ganz normaler Business-Flug. Ich hatte mir auf dem iPad einen Film heruntergeladen, der mir empfohlen wurde, und wollte die Zeit sinnvoll nutzen.

Was ich nicht erwartet hatte: Am Ende des Films saß ich mit feuchten Augen in meinem Sitz – und war froh, dass in der Reihe neben mir niemand hinschaute. Der Film heißt "Die stille Revolution". Und er hat bei mir etwas ausgelöst, das bis heute nachwirkt.

Wie alles begann

Den ersten Anstoß gab mir eine lange Autofahrt, auf der ich mir Videos und Podcasts über Bodo Janssen (externer Link, öffnet in neuem Tab)angehört habe, den Geschäftsführer von Upstalsboom (externer Link, öffnet in neuem Tab). Sein Weg hat mich sofort gepackt: Nach einer verheerenden Mitarbeiterbefragung – bei der herauskam, dass viele seiner Leute sich einen anderen Chef wünschten – hat er nicht einfach weitergemacht wie bisher. Er hat sich selbst infrage gestellt. Und das Unternehmen von Grund auf verändert.

Was mich zusätzlich beeindruckt hat: Sein Lebensweg ist geprägt von einer Entführung, die er als Student erlebt hat – ein Ereignis, das ihn bis heute formt. Führung, so wurde mir klar, kommt bei den wirklich Glaubwürdigen selten aus dem Lehrbuch, sondern aus dem, was das Leben mit ihnen gemacht hat.

Aus dieser Faszination heraus habe ich mir dann "Die stille Revolution" angeschaut – einen Dokumentarfilm, der genau diese Frage vertieft: Was bedeutet es wirklich, Menschen zu führen? Hochkarätig besetzt mit Wissenschaftlern und Praktikern, unter anderem Prof. Dr. Gerald Hüther (externer Link, öffnet in neuem Tab), zeichnet der Film ein Bild davon, wie sehr unser klassisches Verständnis von "Führung" und "Angestellten" an der Realität vorbeigeht.

Der Satz, der hängen geblieben ist

Ein Gedanke aus dem Film hat sich bei mir festgesetzt, weil er so schmerzhaft treffend ist. Was ist ein "Angestellter"?:

Viele Menschen werden morgens "angestellt", abends "abgestellt" – und tagsüber passt man auf, dass sie nichts "anstellen".

Wenn man diesen Satz einmal gehört hat, hört man ihn immer. Er beschreibt eine Haltung, die in vielen Organisationen – bewusst oder unbewusst – noch immer mitschwingt: Mitarbeitende als Kostenfaktor, als Risiko, als etwas, das man kontrollieren muss. Statt als Menschen, die wachsen wollen.

Warum mich das persönlich getroffen hat

Ich schreibe hier nicht als jemand, der auf einer Bühne steht und sagt "wir haben das gelöst". Ich schreibe als jemand, der fast 30 Jahre in Führungsverantwortung war und weiß, wie leicht man selbst in die Management-Falle tappt: Zahlen, Daten, Fakten, Prozesse – und darüber die Menschen aus dem Blick verliert, für die man eigentlich verantwortlich ist.

Der Film hat mir noch einmal sehr klar vor Augen geführt, was für mich der Kern von Leading Myself ist: Bevor ich andere entwickeln kann, muss ich ehrlich mit mir selbst sein. Und was für mich der Kern von Leading My Team ist: Führung ist eine Dienstleistung an Menschen – kein Privileg, das man sich verdient hat.

Schau ihn dir an

Ich kann hier keine Ausschnitte aus dem Film zeigen, aber ich lege dir den offiziellen Trailer ans Herz – gerade mal zweieinhalb Minuten, die schon eine Ahnung davon geben, worum es geht:

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DIE STILLE REVOLUTION

Mehr Informationen zum Film findest du hier: https://diestillerevolution.de (externer Link, öffnet in neuem Tab); ich persönlich habe mir den Film auf Amazon Prime Video gekauft.
Zur Führungs-Philosophie siehe hier: https://www.upstalsboom.de/der-upstalsboom-weg (externer Link, öffnet in neuem Tab)

Eine Fortsetzung folgt

Bodo Janssen und seine Denkweise haben mich seither immer wieder begleitet – ich bin, wie einige von euch vielleicht schon gemerkt haben, ein echter Fan geworden. In einem kommenden Beitrag erzähle ich dir, wie es war, ihn Jahre später tatsächlich persönlich zu treffen – und was mir aus seiner Keynote hängen geblieben ist.

Bis dahin: Wenn du "Die stille Revolution" noch nicht kennst, schau ihn dir an. Und wenn du ihn schon kennst – was ist bei dir hängen geblieben? Schreib mir gerne!

Hast Du Hinweise / Kommentare? Sehr gerne. Bitte gehe hierzu zu dem LinkendIn Post (externer Link, öffnet in neuem Tab). Oder schreibe mir über die Kontaktseite (externer Link, öffnet in neuem Tab)

Freue mich über einen Austausch zu den Themen.

Dr. Peter von Wartenberg (06.23)

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